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Alioschas Gedanken zur Aktion Wir:

"Aktion WIR!"


Ziele:        


- Informieren der Öffentlichkeit
- Verhinderung weiterer und Rücknahme bisheriger Kürzungen


Auslöser und Initialzündung zur Gründung und Positionierung der "Aktion WIR!" als Plattform und Sprachrohr der Polizeibediensteten dieses Landes war die mehr als unsensible Vorgehensweise des Innenministers, indem er den "eingesetzten Kräften" den Dank der Landesregierung für das unermüdliche und weit über das Normalmaß gehende Engagement

vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft aussprach und zeitgleich die Reduzierung des Weihnachtsgeldes von 50% auf 30% eines Gehalts  verkündete. Der Dank wirkte wie ein Hohn. Vorausgegangen sind sehr viele Kürzungen, die bisher hingenommen wurden bzw. von den Gewerkschaften mit einfachen Demos begleitet umgesetzt wurden.

Eine vollständige Liste der Kürzungen ist hier an anderer Stelle
 einsehbar.

Die weitere Reduzierung des 13. Monatsgehaltes war somit nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Insbesondere Beamte und Angestellte, die seit mehr als 20 oder 30 Jahren ihre Haut und ihre Gesundheit rund um die Uhr für das Gemeinwohl, die Bevölkerung und die Wahlchancen der jeweiligen Landesregierung zu Markte tragen und dafür Jahr für Jahr zur Belohnung mit einer wie auch immer gearteten Kürzung ursprünglich zugesagter Leistungen belohnt werden, mit immer neuen Belastungen konfrontiert werden, immer wieder einschneidende Maßnahmen in die bewährte Struktur polizeilichen Handelns hinnehmen müssen und auch stetig auf die schwindende Akzeptanz politischen Handelns im täglichen Umgang mit Kriminalität hingewiesen haben - sie haben schlicht genug und sind nicht länger bereit, die daraus erwachsenden Probleme weiterhin unter den Teppich zu kehren.

Die Polizeiangehörigen dieses Landes sin
d nicht länger bereit, für falsche politische Weichenstellung ihre Gesundheit zu opfern. Die Bevölkerung erwartet zu recht eine professionelle Polizei, die ihren Aufgaben mit Hingabe gerecht wird. Die Kolleginnen und Kollegen haben das in der Vergangenheit hinreichend bewiesen. Sie sind dazu bereit und in der Lage. Bei allen Unzulänglichkeiten, die mit politischen Vorgaben verbunden, gewerkschaftlich angestrebt und diversen Interessen angepasst waren - wir haben immer einen "guten Job" gemacht!

Aber irgendwann ist einfach das Maß des Zumutbaren überschritten. Unsere Gewerkschaften haben jahrzehntelang mit ihren Möglichkeiten versucht, das Chaos zu minimieren - sie waren nicht erfolgreich!

Unsere Berufsvertretungen haben sicherlich versucht, das ganz große Chaos zu verhindern, aber sie haben eben den sozialen Abstieg der Angehörigen der Polizei dieses Landes nicht entscheidend aufhalten können, sondern im Gegenteil sogar durch Zustimmung noch dazu beigetragen.

Professionelle Arbeit für das Gemeinwohl dieses Landes, innere Sicherheit, subjektives Sicherheitsgefühl des Bürgers und objektiv nachvollziehbare Bekämpfung der Kriminalität ist nicht zum "Low-Budget" zu haben.

Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht länger bereit, ihre Gesundheit und ihre körperliche Unversehrtheit rund um die Uhr auf dem Altar der "Konsolidierung des Haushalts" zu opfern. Viel zu oft sterben wir für die Sicherheit des Landes, werden mit unseren Problemen allein gelassen, unsere Gehälter gekürzt. Unsere soziale Situation wird immer dramatischer und das bei stetig wachsender Belastung. Das Durchschnittsalter der Kolleginnen und Kollegen steigt permanent, da die aktuellen Einstellungszahlen in keiner Relation zu den in den Ruhestand tretenden Kollegen steht. Ergo sinkt damit einhergehend auch die Zahl derer, die die immer umfangreicher werdende Aufgaben bewältigen müssen. Um die Dramatik dieser Entwicklung zu verschleiern wird ein Aufschub herbeigeführt, indem die Lebensarbeitszeit ohne Auswirkung auf die Ruhegehälter um mindestens zwei Jahre verlängert wird.

Die Zahl der gescheiterten Ehen in unseren Reihen ist in ihrer hohen Anzahl Ausdruck der täglichen Überbelastung. Viel zu häufig flüchten Kolleginnen und Kollegen in den Suizid. Bürgerinnen und Bürger dieses Landes - was ist Ihnen Ihre Sicherheit wert?

Steigende Versicherungstarife?

Private Sicherheitsdienste?

Eine Polizei, die nur noch auf dem Papier existiert?

Eine Polizei, die sich durch "Knöllchen" selbst finanziert?

In weiten Teilen Ihrer Polizei greift - auch durch politisch verantwortete innerdienstliche Restriktionen - eine Haltung Raum, die nur noch als "innere Kündigung" zu bezeichnen ist.

Es gilt jetzt, unsägliche Entwicklungen zu korrigieren. Die Polizeibediensteten dieses Landes sind nicht länger bereit, eine finanzielle Verschubmasse des Finanzministers zu bilden. Wir wollen gute Arbeit leisten - wir wollen dafür aber auch entsprechend bezahlt werden - unsere Familien haben einen Anspruch darauf!

Schlussbemerkung:   Wir sind Polizisten - wir haben keine Lobby – wir haben nur uns selbst!

Die "Aktion WIR" ist ein verzweifelter Aufschrei. Wir wurden in den letzten 20 Jahren "verarscht", abgezockt und hingehalten - mit immer neuen Konzepten beschäftigt, neu organisiert und wieder gegeneinander ausgespielt. Jetzt ist es genug!

Die Bereitschaft, sich mit Kürzungen an der Konsolidierung der desolaten öffentlichen Kassen zu beteiligen, war da. Aber es ist keine andere Bevölkerungsgruppe mehr „geschröpft“ worden, als der öffentliche Dienst. Und nun haben die Damen und Herren Politiker übertrieben.


Die Zeit der Trillerpfeifen ist vorbei!

 
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